Eingestellt: von Nikola Herd am 02.11.2016

Im Alter von 25 Jahren ist Cerato immer noch sehr unsicher, was ihre eigenen Entscheidungen anbelangt. Jetzt hat sie sich gerade für ein Studium der Naturwissenschaft entschieden, und schon zweifelt sie, ob sie sich nicht doch besser für ein Medizinstudium entscheiden hätte sollen. Immer wieder im Leben zweifelt sie jede Entscheidung, die sie einmal getroffen hat, an. Opa war Arzt, Papa war Arzt und da haben sie natürlich alle gedacht, dass auch sie Medizin studieren würde. Nach langem inneren Ringen hat sie sich für die Naturwissenschaft entschieden. Allerdings ist sie wieder und wieder am Überlegen, ob sie nicht doch besser der Familientradition gefolgt wäre. Am wohlsten fühlt sich immer, wenn sie im botanischen Garten bei der kleinen Bleiwurz verweilt. Die kleine Blüte, mit dem blauen Schimmer in ihren Blütenblättern, hat es ihr angetan, und in ihrer Nähe verspürt sie kaum noch Zweifel und fühlt sich sicher.

 

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Eingestellt: von Nikola Herd am 09.10.2016

Die kleine Centaury war schon in der Schule hilfsbereit den anderen Kindern gegenüber, und verteilte ihr Pausenbrot an die, die hungrig waren. Den Anderen sollte es gut gehen. Dies war ihr sehnlichster Wunsch. Selbst wenn sie hungrig zurück blieb. Dies änderte sich auch nicht im späteren Alter. Immer wieder steckte sie ihre Wünsche zurück, um anderen Menschen zu gefallen. Sie schaffte es einfach nicht, für ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen. Sie spielte den Babysitter für das Nachbarskind, sie räumte für Mama die Wohnung, und als sie später selbst schon Mutter war, räumte sie dem Sohnemann alle Steine aus dem Weg. Harmoniesucht war wohl ihr zweiter Vorname. Oft fühlte sie sich schwach, energielos und der Rücken tat ihr weh. Erst als ihre Freundin Marie ihr das Tausengüldenkraut brachte, fing sie an, sich selber ernst zu nehmen und ihre Wünsche durchzusetzen. Sie begann endlich zu leben.

 

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Eingestellt: von Nikola Herd am 04.10.2016

Beech verdankte seinen Namen,  seinem roten Haarschopf, den Oma schon immer liebevoll, meine kleine Rotbuche nannte. Sie liebte diesen kleinen Jungen und seine altklugen Sprüche, die er von sich gab. Wenn er sich ärgerte über die Dummheit der Anderen, nannte Mutti ihn immer Besserwisser. Oma fand ihn klasse, da er schon als Kind alle Dinge, die nicht in Ordnung waren, erkannte. So unzufrieden er oft mit anderen war, so unzufrieden war er auch mit sich selber und seinen eigenen Fehler.  Und so beschloss er im Teenageralter, die Dinge mal etwas anders anzugehen. Er tolerierte vieles, selbst wenn es ihm innerlich zuwider war. Er fing an, Konflikten aus dem Weg zu gehen und behielt seine Meinung für sich. Im Laufe der Jahre jedoch stellte er fest, dass auch dies keine Lösung war. Erst als er im heimischen Garten einen Baum pflanzte, der sich Rotbuche nannte, begannen sich seine Probleme zu lösen und auch die Intesität seiner roten Haarfarbe nahm ab.

 

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Eingestellt: von Nikola Herd am 28.09.2016

Aspen ging in den späten Abendstunden mit einem mulmigen Gefühl im Bauch in Richtung Heimat. Immer im Dunkeln, spürte er diese undefinierbare Angst. Er konnte sie nicht einmal benennen und wusste auch nicht so recht, vor was er sich eigentlich fürchtete. Seit er denken kann, hat er diese unheimlichen Ahnungen von bevorstehendem Unglück. Oft in seinem Leben spürt er auch, was in Anderen vor sich geht. Er ist wohl schon mit diesen Antennen im Blut zur Welt gekommen und fühlt sich den Schwingungen um ihn herum hilflos ausgeliefert. Selbst in den Nächten findet er keine Ruhe. Schlaf sowieso nicht, weil dieser von Albträumen heimgesucht wird. Nur wenn er nachts ein kleines Licht brennen lässt, dann hat er mal für ein paar Stunden Ruhe. Es wird Zeit, denkt Aspen, dass ich morgen wieder mal meinem Freund, der Zitterpappel im Wald, einen Besuch abstatte. Immer wenn er diesen Baum umarmt, findet er innere Ruhe, und fühlt sich geborgen. 

 

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Eingestellt: von Nikola Herd am 22.09.2016

Agrimony nannte ihre Mutter sie, da sie schon lachend zur Welt kam. Vom Tag ihrer Geburt an, zeigte sie sich immer mit diesem Lachen, selbst wenn ihr innerlich zum Weinen zumute war. Probleme in der Schule spielte sie permanent als Pausenclown herunter. Sie ging fröhlich durchs Leben, als gäbe es in ihrer Welt keine Probleme. Ständig war sie auf Achse, und immer da zu finden, wo etwas los war.  Wenn da nur nicht immer diese Unruhe in ihr wäre. Und auch dieses nervtötende Zähneknirschen, was sie schon seit ihrer Kindheit begleitete. An schlafen war da in manchen Nächten nicht zu denken, wenn sie mit ihren Zähnen ganze Konzerte in der Nacht veranstaltete. Abhilfe schaffte ihre Oma, mit einem Odermennigzweig aus dem Wald. Sie kochte ihr davon einen Tee, und die nächtlichen Konzerte hörten auf. Sie verspürte plötzlich eine innere Ruhe, konnte Weinen, wenn ihr danach zumute war, und blieb trotzdem weiterhin ein fröhlicher Mensch, wenn auch nur viel authentischer.

 
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